Zusatzleistungen und TarifeZusätzlich zur Basisabsicherung - dem Invaliditätsschutz - bieten die Versicherungsunternehmen weitere Leistungen an, die bei Vertragsabschluss vereinbart werden können. Je nach vereinbarter Zusatzleistung erhöht sich allerdings die Versicherungsprämie.
Die wichtigsten Kombinationen und Extras sind:
Todesfallschutz:Die Invaliditätsabsicherung mit zusätzlichem Todesschutz ist die am häufigsten gewählte Kombination bei der Unfallversicherung. Die Versicherung zahlt die zusätzlich für den Todesfall vereinbarte Versicherungssumme, wenn der Versicherte infolge eines Unfalls sofort oder innerhalb eines Jahres stirbt. Für die Absicherung von Hinterbliebenen sollte besser eine eigenständige Risiko-Lebensversicherung (am besten mit zusätzlichem Berufsunfähigkeitsschutz) abgeschlossen werden, da diese nicht nur bei Unfällen zahlt, sondern auch bei Tod infolge von Krankheit. Trotzdem kann der Todesfallschutz mit einer niedrigen Versicherungssumme sinnvoll sein. Denn nach einem Unfall kann der Verunglückte die Versicherungssumme für den Todesfall als Vorschuss auf die Invaliditätsleistung in Anspruch nehmen, auf die er in der Regel längere Zeit warten muss.
Lebenslange Unfallrente:Die lebenslange Unfallrente kann zusätzlich zur Einzelzahlung der Invaliditätsleistung vereinbart werden, oder auch anstatt dieser. Ausbezahlt wird diese Zusatzleistung ab einer dauerhaften Verminderung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit von mindestens 50%. Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzt, für den ist dieser Zusatz durchaus geeignet.
Weitere Zusätze:Zum Basisschutz lassen sich zusätzlich auch Krankenhausgeld, Tagegeld, Genesungsgeld, Übergangsgeld (zwischen Unfall und Feststellung des Invaliditätsgrades) sowie kosmetische Operationen und andere Zusätze vereinbaren. Diese Erweiterungen sind jedoch nicht zu empfehlen, da sie die Beiträge nur unnötig in die Höhe treiben. Das Übergangsgeld z.B. wird nur selten ausbezahlt, da es an viele Bedingungen geknüpft ist. Krankenhaustagegeld sollte hingegen gesondert versichert werden, da es ja nicht nur bei Unfall, sondern auch im Krankheitsfall benötigt wird.
Neben zusätzlichen Leistungen können auch unterschiedliche
Tarifformen vereinbart werden.
Progression:Beim Abschluss einer Unfallversicherung ist es empfehlenswert, eine Progression (auch: progressive Invaliditätsstaffel) zu vereinbaren. Auf diese Weise steigen die Versicherungsleistungen bei höheren Invaliditätsgraden progressiv an, in der Regel ab 25% Invalidität bis 225% (bei 100% Unfallinvalidität). Eine höhere Progression, z.B. 500% oder 1000%, ist nicht sinnvoll. Stattdessen sollte die Versicherungssumme bei Invalidität erhöht werden.
Dynamik:Mit dem Einschluss einer Dynamik lässt sich die Versicherungssumme nach einem fest vereinbarten Prozentsatz jährlich erhöhen. Die Beiträge erhöhen sich dementsprechend. Dieses Modell wendet sich an Berufsanfänger, die anfangs nur niedrige Prämien zahlen können. Das Problem dabei ist jedoch, dass im Schadenfall anfangs auch nur eine geringe Versicherungssumme ausbezahlt wird und ein Berufseinsteiger normalerweise auch nicht über weitere Absicherungen verfügt. Daher ist eine Dynamik nicht zu empfehlen.
Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr:Bei dieser Tarifform zahlt der Versicherte neben der Versicherungsprämie zusätzliche Sparraten. Diese erhält der Versicherte später verzinst und abzüglich einer Bearbeitungsgebühr zurück. Diese Form ist nicht zu empfehlen, da das Geld für die anfallenden Sparraten deutlich besser angelegt werden kann.
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